Eine hochinteressante, aber leider nicht ganz leicht zu beantwortende Frage. Am einfachsten wäre es natürlich, wenn Sie zur exakten Gewichtsbestimmung Ihren Kopf vom Rest des Körpers abtrennen würden, um ihn dann auf eine Küchenwaage zu legen. Bedauerlicherweise hat eine Enthauptung eine Reihe von unangenehmen Nebeneffekten. Zum Beispiel erweist sich die Durchführung mit einem normalen Küchengerät als eher schwierig. Da kommt selbst das beste japanische Messerset an seine Grenzen. Zudem gibt es bei unerfahrenem Umgang eine erhebliche Sauerei, die dann im Zweifel ein anderer wegmachen muss. Denn der größte Nachteil an der Sache ist: Sie bekommen bei erfolgreichem Abschneiden das Ergebnis ihrer Messung nicht mehr mit.

Erfreulicherweise gibt es eine wesentlich elegantere Methode, das Gewicht Ihres Kopfes zu bestimmen, ohne in die Abendnachrichten zu kommen. Schon Archimedes wusste: „Miss alles, was sich messen lässt, und mach alles messbar, was sich nicht messen lässt.“ Um unser Kopfgewicht zu ermitteln, brauchen wir lediglich einen Eimer, Forschergeist und ein bisschen Mathematik.

Füllen Sie einen Zehn-Liter Eimer randvoll mit Wasser. Holen Sie tief Luft und tauchen Sie mit dem Kopf vollständig in den Eimer unter. Solange, bis nichts mehr überschwappt. Wenn sich die Wasseroberfläche beruhigt hat, so nach zwei, drei Minuten, ziehen Sie ihren Kopf vorsichtig wieder aus dem Wasser. So, das Schwierigste haben Sie geschafft! Ein kleines „Heureka“ ist an der Stelle durchaus angebracht. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, ist der Wasserspiegel in dem Eimer deutlich gesunken. Und zwar genau um die Wassermenge, die ihr Kopf verdrängt hat (außer, Sie haben geschummelt und Wasser geschluckt). Nun müssen Sie nur noch das Volumen des verschütteten Wassers messen. Nehmen Sie dazu einen Messbecher, füllen Sie damit den Eimer wieder auf und notieren Sie, wie viel Wasser sie dafür benötigen. Erfahrungsgemäß sind das so um die vier Liter, was einer Masse von etwa vier Kilogramm entspricht. Ist das eine gute Schätzung für Ihren Kopf? Wenn er die gleiche Dichte wie Wasser hat, dann schon. In der Regel liegt sein spezifisches Gewicht allerdings ein wenig darüber. Vier Liter Wasser sind also etwas leichter als vier Liter „Kopf“.

Als ambitionierter Wissenschaftler sollten Sie sich mit dieser Näherung nicht zufrieden geben. Daher hier eine etwas verfeinerte Methode: Teilen Sie das ermittelte Kopf-Volumen durch das Gesamtvolumen Ihres Körpers. Das können Sie ganz bequem beim nächsten Vollbad auf die gleiche Weise ermitteln. Sagen Sie in dem Fall aber vorsorglich ihrem Nachbarn einen Stock unter Ihnen Bescheid. „Hallo Herr Müller, heute Abend kann Ihre Stuckdecke ein wenig feucht werden …“

Nun müssen Sie den Quotienten von Kopf- zu Gesamtvolumen nur noch mit Ihrem Gesamtgewicht multiplizieren. Voilá! Als Resultat bekommen Sie nun ein Kopfgewicht unter der Annahme, dass ihr Schädel die gleiche Dichte hat wie ihr restlicher Körper. Das ist eine ziemlich gute Abschätzung. Und zwar unabhängig vom Intelligenzgrad des jeweiligen Probanden. Auch wenn es paradox klingt: Kluge Menschen haben die gleiche Hirndichte wie Typen, die nix in der Birne haben.

Natürlich können die ganz ausgefuchsten Spezialisten unter Ihnen die Kopfdichte auch richtig exakt bestimmen. Gehen Sie dazu in den Hobbykeller und werfen Sie für ein paar Minütchen ihren Computer-Tomographen an. Aber geben Sie vorsorglich ihrem Nachbarn Bescheid. Die Dinger sind nämlich ganz schön laut…

Quellen:

Selbstexperiment (ohne CT)