Inflation – jetzt mal ehrlich: Was ist das überhaupt? Simpel gesagt bedeutet Inflation nichts anderes, als dass die Produkte teurer werden und wir als Verbraucher schlussendlich mehr Geld für etwas ausgeben müssen als vorher. Das Geld ist also weniger Wert als vorher.

Natürlich können wir unseren Konsum einschränken und damit nicht – wie gewohnt – zum Beispiel zwei Brezeln für jeweils 0,80 € pro Tag kaufen sondern eben nur noch eine, da jetzt plötzlich die Brezel pro Stück 1,00 € kostet.

Jetzt stellt man sich zu Recht die Frage, wer einem dann das Gehalt erhöht? Die Antwort ist simpel und bitter zugleich, denn am Ende tut es keiner!

Doch ich will am Ende eben nicht mehr Geld ausgeben und trotzdem meine zwei Brezeln pro Tag essen. Doch gibt es einen Weg, der nur positive Auswirkungen für uns als Konsumenten hat?

Hierzu eine Alltagssituation eines Freundes:

Es war einmal ein 2. Januar im Jahre 2015 und Laugenbrezel-Liebhaber Jan Henning machte sich auf seinen morgendlichen Weg zu seiner benachbarten Tankstelle, bei der es die besten und frischesten Laugenbrezeln gab. Dort kaufte sich Herr Henning täglich zwei Laugenbrezeln zu je 0,65 € – bis zu diesem besagten 02.01.2015, als die Kassiererin statt der 1,30 € plötzlich 1,70 € verlangte. Noch verschlafen und ohne Interesse an Ärger zahlte Herr Henning seine 1,70 €.

Am nächsten Tag – dann doch sensibilisiert – fragte er bei seiner Bestellung nach, warum denn jetzt plötzlich die Brezel 0,85 € koste, statt der bisherigen 0,65 € – mit der Anmerkung, dass es sich hier ja um eine 30-prozentige Preiserhöhung handele.

Die Antwort der Verkäuferin war selbsterklärend, dass ja seit dem 01.01. der Mindestlohn von 8,50 € gezahlt werden müsse und dass die Preise zwei Jahre nicht erhöht worden seien. Die Frage des Herrn Henning darauf war, wer ihm denn jetzt ab sofort 30 % mehr Gehalt zahlen möchte? Die Antwort blieb aus und Herr Henning passte umgehend seine Ausgaben an die neue Situation an und kaufte von da an nur noch eine Brezel – mit dem positiven Effekt, dass sich seine Frühstücks-Ausgaben von 1,30 € auf 0,85 € um ganze 35 % reduzierten und mit dem zusätzlichen Vorteil, dass er weniger Kalorien zu sich nahm.

In den nächsten Wochen stellte Herr Henning fest, dass ein benachbarter Supermarkt ebenfalls frisch gebackene Brezeln anbietet und diese zum Stückpreis von 0,29 €. Bedingt durch den günstigen Preis, verdoppelte Herr Henning wieder den Frühstücks-Einkauf von einer auf zwei Brezeln für insgesamt 0,58 €. Durch diese Maßnahme erzielte er noch einen positiven Cash-Flow Effekt, da er ja zuvor 0,65 € allein für eine Brezel ausgab, ab diesem Zeitpunkt aber für zwei Brezeln zusammen 0,07 € weniger. Da jetzt 7 Cent in der nominalen Betrachtung zu vernachlässigen sind, ist die prozentuale Betrachtung aber eine andere: Herr Henning hat jetzt knapp 11 % Kostenersparnis.

Zudem führte die Preiserhöhung bei der Tankstelle dazu, dass Herr Henning als Stammkunde – im ersten Schritt – die Menge seines Einkaufes reduzierte und – im zweiten Schritt – (nachdem er eine neue Quelle entdeckt hatte) sein Frühstück von dem Zeitpunkt an verlagerte. Die Tankstelle, die feste und kalkulierbare Einnahmen hatte, verlor seinen Stammkunden.

Ein Effekt der Inflation kann also auch der sein, dass nicht der Kunde, sondern die Wirtschaft einen Schaden zu ertragen hat. Damit aber beide Seiten einen positiven Effekt verzeichnen können, muss immer die Waage gehalten werden zwischen Inflation und dem Gehalt der Verbraucher.

Als Endergebnis haben wir nun eine Tankstelle, die ihren Kunden verloren hat. Der Kunde aber konnte, durch ein wenig Suchen, seine Ausgaben verringern.

Mit Dank an Jan Henning für seine Hilfe.