Vor einiger Zeit ging eine ungewöhnliche Geschichte durch die Medien. Herr Richard Lionheart bezog spätabends in einem Motel in der amerikanischen Prärie im Zimmer Nr. 8 Quartier und fand dort einen Brief an seinen Namen gerichtet. Wie sich herausstellte, war er gar nicht gemeint, sondern ein Namensdoppelgänger hatte am Vorabend in diesem Zimmer übernachtet. Eine große Unwahrscheinlichkeit. Mein Fazit damals: Das ist bei den vielen Millionen Übernachtungen in den USA gar nicht unwahrscheinlich, dass zwei Namensvetter nacheinander im gleichen Hotelzimmer übernachten. Nur dass es gerade mit mir passiert, ist so unwahrscheinlich. Genauso ist es übrigens mit dem Jackpot. Dass bei den vielen Mitspielern einer gewinnen wird, ist sehr wahrscheinlich. Nur dass ich gerade der Glückspilz bin, ist soooooo unwahrscheinlich.

Jetzt muss ich Ihnen erzählen, was mir passiert ist. Wir hatten schon vor einem halben Jahr eine Flugreise für den 24. Feb. von Dresden nach San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica, gebucht. Mein Name Norbert Herrmann ist nicht gerade ein Allerweltsname. Die Reiseroute Dresden – San Jose auch nicht gerade ein Highlight und Kassenschlager. Und der 24. Feb. ist nur ein Datum wie alle anderen auch. Als wir zum Flughafen Dresden kamen, stellte sich heraus, dass mein Name zwar im System war, aber der von meiner Frau fehlte. Nun, man war dort so clever, uns zwei Bordkarten bis Frankfurt zu geben und das Gepäck bis San Jose durchzuchecken. Aber in Frankfurt sollten wir uns um eine Bordkarte direkt dort am Flugsteig bemühen. Zum Glück hatte ich ja die bezahlte Rechnung dabei.

In Frankfurt tönte uns dann sofort entgegen: Norbert Herrmann? Es gibt da ein Problem! Hier im Flieger sitzt noch ein zweiter Norbert Herrmann, der ausgerechnet heute von Dresden nach San Jose fliegen will. Wie wahrscheinlich ist solch ein Zufall? Kein Name wir Heinz Müller, der von Frankfurt nach Mallorca fliegen will, sondern Norbert Herrmann, der von Dresden nach San Jose am 24. Feb. 2016 fliegen will. Das toppt wahrscheinlich noch die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Jackpot.

Das Ganze hatte dann aber eine gute Seite. Inzwischen waren alle Plätze im Flieger ausgebucht und meine Frau und ich durften in der Premiumklasse mit 15 cm mehr Beinfreiheit fliegen. Mit dem anderen Norbert Herrmann haben wir uns dann im Flugzeug getroffen und ein Foto geschossen, das ich hier mit seiner Erlaubnis einfüge.

Aber die Geschichte war noch nicht zu Ende. Denn nach 14 Tagen waren wir gespannt, ob sich der Vorfall wiederholte. Die Wahrscheinlichkeit dafür war natürlich größer, weil man ja häufig 14 Tage im Urlaub bleibt und ja auch nur zweimal pro Woche ein Flieger von San Jose nach Frankfurt fliegt. Und tatsächlich – wieder saß der andere Norbert mit seiner Frau im Flieger, und meine Frau war wieder nicht im System vorhanden. Wir haben dann am Schalter die Geschichte vom Hinflug erzählt. Auch in San Jose schüttelte man den Kopf ob dieser Unwahrscheinlichkeit. Dann bekam meine Frau auch ihre Bordkarte und unserem geordneten Rückflug stand nichts mehr im Wege, außer dass die Umsteigezeit in Frankfurt uns zu einem kleinen Spurt zwang, den unsere Koffer aber nicht mitgemacht haben. Sie kamen dann am Nachmittag hinterher.

Ja, so ist das mit der Wahrscheinlichkeit. Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass mir der Jackpot in den Schoß fällt, aber vielleicht passiert es doch am nächsten Samstag.

Beste Grüße vom doppelten Norbert Herrmann