Es geht nicht darum, diese Zahl aufzuschreiben. (Das gelingt vermutlich Schulkindern sogar eher als Politikern.) Sondern es geht darum, sich diese Anzahl vorzustellen.

Wenn wir über die bundesdeutsche Staatsverschuldung sprechen, dann muss man diese Anzahl sogar noch mehr als verdoppeln. Sie beträgt derzeit ungefähr 2,2 Billionen oder 2200 Milliarden Euro oder zwei Millionen zweihunderttausend Millionen Euro!

Wie viel ist das überhaupt? Machen wir uns diese Geldmenge an einem ersten einfachen Beispiel klar. Die Bundesrepublik hat derzeit etwas mehr als 81 Millionen Einwohner. Würden wir die Staatsverschuldung darauf verteilen, sind das für jeden Bundesbürger, ob groß oder klein, 27.160 Euro. Also für eine vierköpfige Familie sind das schon mal fast 110.000 Euro. Ups! Da kann dann aber gleich mal der Schuldenberater kommen.

Versuchen wir uns einmal das Geld in Scheinen vorzustellen. Der häufigste Schein ist der 50-Euro-Schein. Das wären dann 44 Milliarden Scheine. Legt man diese 44 Milliarden Scheine alle schön der Länge nach hintereinander, so kann man das entstandene Band 154 Mal um die Erde wickeln. Oder eventuell vorstellbarer ausgedrückt: wir können mit diesem Band acht Mal zum Mond und zurück.

Wer solch astronomische Längenvergleiche nicht mag: hier ein Flächenbeispiel. Legen wir alle 50-Euro-Scheine nebeneinander zu einem großen Teppich, so ist dieser größer als das Bundesland Bremen. Also damit wir uns klar verstehen: ganz Bremen und noch mehr ist nun versteckt unter einer Decke von 50-Euro-Scheinen. Da wir gerade Bremen als Beispiel nehmen, stellen Sie sich vor, Sie sind auf einem Schiff auf hoher See und stehen in einem Ausguck von 11 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Dann können Sie rundherum genau so weit sehen, wie dieser Teppich aus 50-Euro-Scheinen reichen würde.

Oder für die EZB-Stadt Frankfurt: da nehmen wir mal den 100-Euro-Schein. Ein 2,2-Billionen-Teppich aus 100-Euro-Scheinen würde die ganze Stadt zudecken. Eine surreale Vorstellung.

Um diese Menge an 100-Euro-Geldscheinen zu transportieren, braucht man 900 Sattelzüge. Parkt man diese hintereinander, erhält man eine Strecke von über 18 km. Aber so eine Staulänge ist man ja durchaus gewohnt.

Packen wir das Geld wieder aus und bringen die Geldscheine in die Commerzbank-Arena. Und jetzt fangen wir an zu stapeln. Wir bedecken die Spielfläche von 105 m x 68 m mit Schein um Schein. Würden wir das mit 100-Euro-Scheinen tun, so hätten wir eine Stapelhöhe von 4,72 m erreicht. Rechnen wir mit 1 Sekunde, um ein Bündel aus 100 Scheinen (das sind 10.000 Euro) zu legen, und es helfen 165 Personen bei dieser Aktion, benötigte man genau ein Jahr, um diese Geldmenge zu stapeln (es wird aber natürlich rund um die Uhr und jeden Tag gearbeitet). Eindrucksvoller wird es, wenn man die 100-Euro-Scheine in 10-Euro-Scheine umtauscht: dann dauert es 10 Jahre und man erhält eine Stapelhöhe von mehr als 36 m. Der höchste Sitzplatz in der Commerzbank-Arena liegt übrigens bei 32 m über dem Spielfeld, d. h. das Stadion ist komplett voll mit 10-Euro-Scheinen. Das hat selbst Dagobert Duck nicht erreicht, aber es wäre eine schöne Vorstellung für Eintracht Frankfurt-Fans.